StopMotion Video von Lydia Waldhör

1,82m^2 2365C
1,53m^2 143 X GC
1,83m^2 19-6110 TCX

Mitwirkende: Amelie Hadinger, Chistoph Hadinger, Theresa Recheis,
©Lydia Waldhör 2019

Papier legt sich wie eine zweite, andersfarbige Haut um den Körper. Ein Kokon? Eine Verkleidung?
Vielleicht sogar ein Versteck? Das Papier bietet kaum Platz für Bewegung; zerreißt es doch so leicht
und ist wenig anpassungsfähig. Die verwendeten Schnittteile lassen Assoziationen zu vorgefertigten
Schnittmustern zu.
Ein kleines Paradox, sind sie hier doch an den individuellen Körper angepasst,
wollen aber trotzdem nicht passen. Erst dadurch, dass die Hülle abgeworfen/zerrissen wird, kann
impulsive Bewegung passieren. Durch die Simultanansicht zweier verschiedener Videos, entsteht eine
gewisse Dynamik zwischen ein- und enthüllen, wodurch beide den gleichen Stellenwert bekommen.

Lydia Waldhör; geb. 1990 in Grieskirchen OÖ
Seit 2017 Bachelorstudium: textil.kunst.design, an der Kunstuniversität Linz

Wandinstallation BEKLEIDUNGSWERK
von Andrea Brunner-Fohrafellner

Die Arbeit, welche aus einer Fotografie der ehemaligen Zuschneiderinnen des aufgelassenen
Bekleidungswerk Müller in Mank und graphischen Elementen besteht schafft eine Verbindung
zwischen der Videoarbeit von Lydia Waldhör und der Lebenswelt der Betrachterinnen. Das Wort
BEKLEIDUNGSWERK steht als Titel darunter und bildet mit der Fotografie der historischen
Arbeiterinnen einen erstmals gemütlich anmutenden Ausschnitt österreichischer Zeitgeschichte.
Daneben verweist eine Tafel auf die Arbeitsbedingungen heutiger Arbeiterinnen in den Kleiderfabriken
Ostasiens, welche durch eine Serie an Siebdrucken verdeutlicht werden, die Garnspulen zeigen,
welche auf verstörende Art an Reibeisen erinnern.

Die Rauminstallation war der erste Ausdruck moderner konzeptioneller Kunst in Mank und wurde von
48 interessierten Besucher*innen gesehen.

Über Projekt und Stadt

Die Stadt Mank mit knapp 3000 EinwohnerInnen verfügt über ein breites Angebot an kulturellen
Aktivitäten im Bereich Musik durch Musikschule, Beserlparkverein, Konzerte etc. sowie Darstellender
Kunst: Theatergruppe, Kabarettangebote etc.

Im Bereich der Bildenden Kunst gibt es zur Zeit keine Möglichkeiten für ansässige KünstlerInnen ihre Arbeiten zu zeigen, ebenso gab es keine adequaten
Fördermaßnahmen für die Jugend.

Um mehr öffentliche Wahrnehmung für Kunst zu schaffen machte der Verein funkundküste der Stadtgemeinde Mank das Angebot gemeinsam ab dem Sommer 2019 Akzente zur Verbesserung der
Situation zu setzen. Als Beitrag der Stadt Mank ermöglicht diese die Durchführung einer Kinder:Malschule im Rathaus Mank (es wurde eine eigene Wohnung zur Verfügung gestellt!) und in
der ehemaligen Molkerei kann der Verein funkundküste Räume temporär nutzen.

Diese wurden 2019 als KUNSTWERKmank im Rahmen einer Ausstellung VOL001 und des Weiteren mit dem Projekt VOL002: MALart bespielt und sind für Kunst im Sozialen Raum gewidmet. Der Soziale Raum wird hierbei als der Raum verstanden, in dem Menschen über Worte, Gesten und schöpferische Prozesse miteinander kommunizieren und gemeinsam ihren Gestaltungsaum verändern.
Die Kunst ist hier das Produkt und der Prozess gleichermaßen.

Ideen, Besprechungen und Umsetzungen geschehen auf Basis des gegenseitigen Respekts vor den Bedürfnissen, Möglichkeiten und dem Können der Mitwirkenden.
Das Ergebnis ist Kunst, Weil der Prozess Kunst ist. Das KUNSTWERKmank hat den Zweck Menschen Teilhabe an künstlerischen Prozessen zu ermöglichen und dadurch die eigene Gestaltungskraft zu spüren, zu sehen und zu kommunizieren.
Selbst- und Fremdwahrnehmung werden geschult und positiv konnotiert. Kunst wird als Bestandteil des Sozialen Raumes wahrgenommen, neue Betrachtungssichtweisen auf Kunst werden ermöglicht. Angehörige von gesellschaftlichen Randgruppen werden durch Teilhabe in die Mitte der Gesellschaft geholt.

Darüber hinaus werden Künstlerinnen und Künstlern unterstützt und deren Arbeiten gezeigt, sofern diese inhaltlich mit den Grundsätzen von funkundküste übereinstimmen.